Druckgussteil testen, bevor das Werkzeug gebaut wird

Ein Druckgusswerkzeug kostet viel Geld und braucht viele Wochen. Stellt sich erst danach heraus, dass das Bauteil geändert werden muss, wird es richtig teuer. Deshalb lassen viele Entwicklungsabteilungen ihr späteres Druckgussteil zuerst als Aluminium-Sandguss-Prototyp fertigen – aus denselben Daten, ohne Druckgusswerkzeug.

So testen Sie Funktion, Montage und Dauerlauf mit echten Aluminiumteilen und geben das Werkzeug erst frei, wenn das Bauteil passt. Typische Beispiele aus unserer Praxis sind Elektronikgehäuse und Getriebegehäuse für Testläufe in der Automobilbranche.

Aluminiumgussteil auf technischer Zeichnung

So läuft es ab

  1. Daten senden: 3D-Daten Ihres Druckgussteils als STEP oder IGES. Die Druckgussgeometrie übernehmen wir meist 1:1, einschließlich Entformungsschrägen. Eine Zeichnung ist für den Start nicht nötig.
  2. Prüfung und Angebot: Wir prüfen die Gießbarkeit, wählen Modell oder gedruckte Sandform und schicken Ihnen ein Angebot.
  3. Erstteil gießen und bewerten: Wir gießen zuerst meist ein Teil und bewerten es. Dasselbe Teil nutzen wir, um Aufspannung und Programm für die Bearbeitung einzurichten – so geht keine Zeit verloren.
  4. Wärmebehandlung, Bearbeitung, Prüfung: Wärmebehandlung im eigenen Haus, Bearbeitung möglichst als 5-Seiten-Bearbeitung in einer Aufspannung, Prüfung zum Beispiel mit Röntgen und Messarm.
  5. Lieferung und Test: Ihre Erkenntnisse aus dem Test fließen in die Konstruktion ein – bevor das Druckgusswerkzeug gebaut wird.

Was der Prototyp kann – und was nicht

  • Werkstoff: Wir gießen alle gängigen Aluminiumlegierungen, auch typische Druckgusslegierungen wie AlSi9Cu3 oder AlSi12.
  • Kennwerte: Die mechanischen Kennwerte stimmen wir gezielt auf die späteren Druckgusswerte ab. Der Prototyp soll sie nicht übertreffen – sonst zeigen Ihre Tests nicht den späteren Serienzustand.
  • Gefüge und Oberfläche: Ein Sandgussteil ist kein Druckgussteil – Gefüge und Oberfläche unterscheiden sich.
  • Wandstärke: Als grober Richtwert ab etwa 3 mm. Was möglich ist, hängt stark von der angrenzenden Geometrie und den Fließwegen ab; im Einzelfall haben wir auch schon 2,4 mm gegossen.
  • Lange Fließwege: Sie erfordern besondere gießtechnische Maßnahmen, die wir mit Ihnen abstimmen.

Was kostet das?

Grobe, unverbindliche Richtwerte aus unseren abgerechneten Aufträgen (netto, Stand 10/2026):

  • Modelleinrichtung (einmalig): mittelgroße Teile ca. 400–8.500 €, große Teile bis ca. 20.000 €
  • Stückpreis einschließlich mechanischer Bearbeitung: meist ca. 150–700 €; bei 3–20 Stück typisch ca. 250 €
  • Beispiel: 10 mittelgroße Gehäuse = Modelleinrichtung + ca. 10 × 250 €
  • Im Vergleich: Als grober Richtwert kostet die Modelleinrichtung meist weniger als ein Zehntel eines Druckgusswerkzeugs und ist in weniger als einem Drittel der Zeit fertig – je nach Teil.

Alle Richtwerte und was den Preis beeinflusst: Richtpreise Aluminium-Sandguss

So wird es günstiger

  • 5-Seiten-Bearbeitung ermöglichen: Was in einer Aufspannung bearbeitet werden kann, spart Zeit und schließt Umspannfehler aus.
  • Homogene Geometrie: möglichst gleichbleibende Wandstärken.
  • Sinnvolle Verrippung statt Materialanhäufungen.
  • Bearbeitung mit wenig Werkzeugwechseln: zum Beispiel einheitliche Bohrungs- und Gewindegrößen.
  • Toleranzen nur dort, wo sie nötig sind – markieren Sie die wichtigen Flächen farbig im STEP-Modell.
  • Stückzahl bündeln: Besonders wirtschaftlich sind wir bei etwa 3 bis 200 Teilen.
  • Folgeaufträge: Liegt die Modelleinrichtung schon bei uns, fallen meist nur Rüstkosten von ca. 15–200 € an.
  • Normale statt Eil-Lieferzeit und Änderungen möglichst früh melden.

So geht es schneller

  • Typische Lieferzeit: 2,5 bis 4,5 Wochen.
  • Im Eilfall: ab Dateneingang bis zum Gussteil rund 2 Kalenderwochen. Liegen Zeichnung oder verbindliche Maße vor, bereiten wir die Bearbeitung parallel vor – das fertige Teil ist dann in 2 bis 3,5 Kalenderwochen bei Ihnen. Weil wir dafür die Abläufe eng abstimmen, kostet ein Eilauftrag mehr.
  • Gedruckte Sandform statt Modell für Einzelteile und eilige Projekte.
  • Alle Angaben gleich in der ersten Anfrage – das spart Rückfragen.

Häufige Fragen zum Druckguss-Prototyp

Als grobe, unverbindliche Spanne: Die Modelleinrichtung kostet für mittelgroße Teile ca. 400–8.500 €, für große Teile bis ca. 20.000 €. Dazu kommt der Stückpreis einschließlich Bearbeitung von meist ca. 150–700 €, bei 3–20 Stück typisch ca. 250 €. Das ist als grober Richtwert meist weniger als ein Zehntel eines Druckgusswerkzeugs.

Typisch 2,5 bis 4,5 Wochen. Im Eilfall dauert es ab Dateneingang bis zum Gussteil rund 2 Kalenderwochen; mit Zeichnung oder verbindlichen Maßen ist das fertig bearbeitete Teil in 2 bis 3,5 Kalenderwochen bei Ihnen. Ein Eilauftrag kostet mehr, weil wir die Abläufe dafür eng abstimmen.

Eine 5-Seiten-Bearbeitung in einer Aufspannung ermöglichen, möglichst gleichbleibende Wandstärken und sinnvolle Verrippung vorsehen, Bearbeitungen mit wenig Werkzeugwechseln planen, Toleranzen nur dort fordern, wo sie nötig sind, und Stückzahlen bündeln – besonders wirtschaftlich sind etwa 3 bis 200 Teile.

Zeichnung oder verbindliche Maße gleich mitschicken, damit wir Guss und Bearbeitung überlappend planen können, und alle Angaben in der ersten Anfrage nennen. Für Einzelteile ist eine gedruckte Sandform oft schneller als ein Modell.

Wir gießen zuerst meist ein Teil und bewerten es; dasselbe Teil nutzen wir zum Einrichten der Bearbeitung. Zeigt es Schwächen, passen wir die Gusseinrichtung an, in der Regel ohne nennenswerten Zeitverzug. Schwierig wird es erst, wenn auch ein dritter oder vierter Versuch nicht gelingt – das kann bei sehr dünnwandigen Teilen vorkommen.

Vor allem bei sehr dünnen Wänden und langen Fließwegen sowie bei Änderungen, die die Aufspannlage verändern. Porosität prüfen wir per Röntgen, Verzug gleichen wir durch Richten direkt nach dem Lösungsglühen aus. Wichtig: Gefüge und Oberfläche eines Sandgussteils unterscheiden sich vom Druckguss, die mechanischen Kennwerte stimmen wir aber auf die Druckgusswerte ab.

Für eine Vorkalkulation reichen Daten eines ähnlichen Teils. Für ein Angebot brauchen wir 3D-Daten als STEP oder IGES; eine Zeichnung ist nicht nötig. Hilfreich sind Stückzahl, Legierung, Termin und die wichtigen Flächen farbig markiert.

Bis die Fertigung eingefahren ist, setzen wir Änderungen ohne nennenswerten Aufwand oder Zeitverzug um; im laufenden Prozess kann es zu kleinen Verzögerungen kommen. Änderungen am Gussteil wie an der Bearbeitung sind gut umsetzbar. Aufwendiger wird es erst, wenn sich dadurch die Aufspannlage ändert.

So kommen Sie zum Ziel

Senden Sie Ihre 3D-Daten mit Stückzahl, Legierung, Termin und Anforderungen an info@smp-prototypen.de, Betreff „Preisschätzung“. Geheimhaltungsvereinbarungen schließen wir gern ab; Ihre Daten bleiben bei uns im Haus.

Mehr dazu: Aluminium-Sandguss · Richtpreise und Anfrage · Qualität

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